Unser Abenteuer

Sieben Monate Australien

18Sept
2012

18.09.2012 – Fraser Island Tour

Nachdem wir um 5.30 Uhr aufgestanden waren, wurden wir wurden um 7.30 Uhr mit einem 4WD-Bus von unserem Caravan Park abgeholt. Der Bus hat etwa 30 Sitzplätze und sieht aus wie ein Laster. Es handelt sich eigentlich um einen riesigen Geländewagen. Zunächst tingelten wir durch den Ort um alle aus der Gruppe von ihren Unterkünften abzuholen. Schließlich ging es dann zum Inskip Point, wo direkt am Strand eine Fähre liegt, die ihre Laderampe bis auf den Sand klappt. Als wir auf der Fähre zum Stehen kamen, durften wir aussteigen und wurden darauf aufmerksam gemacht, dass man eventuell Delphine sehen könnte. Wir hatten sogar das Glück welche zu sehen :) Leider waren sie zu weit weg, um sie zu fotografieren. Auf Fraser Island angekommen fuhren wir erstmal ein Stück auf dem Strand entlang und dann landeinwärts zum Eurong Beach Resort. Dort sollte es einen Morgentee geben. Auf dem Weg dahin begegnete uns schon der erste Dingo. Im Hotel angekommen genehmigten wir uns etwas zu Trinken und Muffins und Kekse gab es auch. Danach ging es über die übelste Sandpiste zum Lake McKenzie. Zum Glück hatte der Bus Anschnallgurte :D wir sind ziemlich hin und her geschleudert worden. Aus Spaß haben wir die Füße angehoben, dann hatte man ein bisschen das Gefühl in einer Achterbahn zu sitzen :) Am Lake McKenzie hatten wir dann eine dreiviertel Stunde Zeit, bis es weiter gehen sollte. Leider nieselte es etwas und war auch sonst ziemlich frisch, weshalb wir nicht schwimmen gegangen sind. Aber wir haben unsere Füße gebadet und im weißen Sand relaxt. Danach ging es ein Stück weiter zum Wanggoolba Creek und wir machten einen kleinen Spaziergang im Regenwald. Unser Fahrer führte uns und erklärte einige Dinge. Anschließend ging es wieder ins Eurong Beach Resort zum Lunch. Es gab ein Buffet mit verschiedenen Gerichten. Als nächstes fuhren wir am Strand entlang zum Maheno Shipwreck, welches 1935 hier angespült worden war. Weiter ging es zu The Pinnacles. Dies sind Sandklippen aus verschiedenfarbigem Sand. Sie sind bereits 70 000 Jahre alt. Danach ging es zum Eli Creek, einem Fluss, der aus dem Landesinneren bis ins Meer fließt. Auch hier hatten wir wieder eine dreiviertel Stunde Zeit und badeten unsere Füße im Fluss. Dann war die Tour auch schon vorüber und wir machten uns auf den Weg zum Hook Point. Da die Fähre grade abgelegt hatte, mussten wir ein wenig warten und gingen am Strand entlang. Wir beobachteten das Meer und konnten erneut Delphine entdecken. Schließlich sind wir wieder auf dem Festland angekommen und auch dort noch etwas auf dem Strand entlang gefahren. Hier konnten wir dann ein Wildpferd sehen. Alles in allem hat sich die Tour gelohnt, denn Fraser Island ist wirklich schön. Schade finden wir allerdings, dass jeder, der ein 4WD hat oder geliehen hat, einfach so auf dieser Insel herumfahren darf. Deshalb ist da nichts mehr mit schöner Natur. Der Strand gleicht einer Hauptverkehrsader und man muss echt aufpassen, dass man da nicht überfahren wird. Auf den meisten Straßen, auf denen wir gefahren sind, war weniger los. Am Lake McKenzie tummelten sich die Touristen und man ist sich fast auf die Füße getreten. Überall darf man campen und alles wimmelt von Leuten. Allerdings ist dies anscheinend die allgemeine Einstellung der Australier. Hier wird generell nicht besonders auf die Natur geachtet. Wir haben schon häufig gesehen, dass die Leute ihre Motoren einfach laufen lassen, obwohl das völlig unnötig ist. Hier auf dem Campingplatz gibt es Leute, die mit dem Auto zum Klo fahren. Ohne Witz. Der Campinglatz ist groß, aber sooo groß nun auch wieder nicht. Mehrfach haben wir gehört, dass Australier sagten, man könne ja so viel Holz abroden wie man wolle, man hätte ja so viel. Schön sind auch die „Bitte spart Wasser“-Schilder, die auf jedem Campingplatz zu finden sind, denn ironischerweise haben alle Campingplätze komplett sinnlose Toilettenvorrichtungen auf den Herrentoiletten. Es handelt sich dabei um Wände, an denen permanent Wasser herunter läuft. Aber bitte nur vier Minuten duschen. Das Essen hier macht uns leider auch etwas fertig, denn es ist ziemlich amerikanisch. Viel Fett und Zucker und alles matschig. Am Schlimmsten finde ich das Brot. Man kann es einfach so mit der Hand in einen Klumpen drücken. Wir haben ein bisschen Angst, dass wir nicht mehr kauen können, wenn wir wieder zu Hause sind. Zu allem Überfluss ist hier auch noch die übelste Insektenplage. Wir wissen nicht genau, was das für Dinger sind, aber sie sehen aus wie kleine Obstfliegen. Allerdings saugen die sich an einem fest und verursachen flohstichartige Beulen. Ich reagiere zum Glück auch noch allergisch darauf und hab mittlerweile über 50 Stiche. Die meisten um die Knöchel rum. Insgesamt kann man sagen, dass wir keinen Bock mehr haben. Wir hatten einfach eine andere Vorstellung von Australien und sind echt etwas enttäuscht. Aber wir halten tapfer noch ein wenig durch und machen das Beste draus ;) 

17Sept
2012

11.09. – 17.09.2012 – Endlich wieder Meer!

Am 11.09. brachen wir dann in Moree auf und fuhren bis nach Toowoomba. Kurz hinter Toowoomba verbrachten wir die Nacht auf dem Parkplatz eines Info-Centers. Die gibt’s hier wie Sand am Meer und das ist echt praktisch, weil man dort alle möglichen Informationen und kostenlose Karten erhält. Am nächsten Tag fuhren wir dann weiter, aber hatten irgendwie nicht so den richtigen Plan, wohin es denn überhaupt gehen sollte. Im Endeffekt hatten wir uns dann etwas verfahren und landeten auf Bribie Island. Eigentlich wollten wir wieder „wild schlafen“, aber in diesen von Touristen stark frequentierten Orten ist das leider nicht möglich, weil es entweder überall verboten ist oder man ansonsten total blöd steht und um einen rum super viel los ist. Deshalb fuhren wir auf einen Caravan Park, der ganz dicht am Meer lag. Wir machten dann auch noch einen Spaziergang am Meer und weil es noch richtig warm war machte es mir auch nicht so viel aus, dass mich eine riesige Welle bis zum Bauch nass gespritzt hat :D danach war eh alles egal und wir haben schön im Wasser getobt. 

Am nächsten Morgen beschlossen wir, dass wir noch ein wenig auf der anderen Seite der Insel spazieren gehen wollten und danach sollte es weiter gehen. Der Strand war aber nicht so schön, überall lagen dicke blaue Quallen rum. Aber wir haben auch Pelikane getroffen, an die wir ganz nah rangehen konnten. Danach gönnten wir uns noch ein Eis und wollten bis Coolum Beach fahren. Da war der Strand zwar wundeschön, aber leider war es saukalt und windig. Eigentlich wollten wir einen Tag mal nur am Strand verbringen und dann abends irgendwo schlafen, aber es war eindeutig zu kalt für einen entspannten Strandtag. Also fuhren wir weiter und entschieden spontan, dass wir einfach nach Rainbow Beach fahren, nur weil sich der Name so schön anhört. Im Lonely Planet standen auch nur positive Dinge darüber und da entschieden wir dann, dass wir einfach mal eine Woche Urlaub machen. Also sind wir jetzt hier auf einem Caravan Park und entspannen ein wenig bevor wir weiter fahren und nach Jobs suchen. Leider ist das Wetter im Moment nicht so gut, nachts hat es wie aus Eimern geschüttet. Wir hoffen aber, dass das Wetter morgen besser sein wird, da wir da die Fraser Island Tour machen. Dem widmen wir aber natürlich noch einen Extra-Eintrag! :)

11Sept
2012

05.09. – 11.09.2012 – Hey, wir haben Glück! Oh, doch nicht!

Wir kamen also am Mittwochabend komplett fertig und verdreckt auf einem Caravan Park in Coonabarabran an. Die Besitzerin nahm uns in Empfang und guckte etwas irritiert, da Andreas extremst viel Dreck im Gesicht hatte und ich hinterher gehumpelt kam. Wir gaben schon n schickes Paar ab :D Andreas erzählte ihr dann, was uns passiert war und ich dachte noch so „Oh Nein, das ist hier so ein kleines Nest, die kennt den doch locker und jetzt müssen wir hier ganz schnell weg morgen!“ Sie sagte aber, sie würde ihn nicht kennen und war sichtlich sauer, dass jemand in der Gegend junge Leute so ausnimmt und schlecht behandelt. Sie beteuerte dann, dass nicht alle Australier schlecht sind und dass es ihr sehr leid tun würde. Wir wuschen uns den Dreck ab und rollten uns dann nur noch in unserem fahrbaren Zuhause zusammen. 

Am nächsten Tag beschlossen wir dann, dass wir noch etwas bleiben wollten und Andreas wollte ins Büro gehen, um zu verlängern. An unserem Van klebte dann ein Zettel von Lisa, der Besitzerin des Caravan Park. Wir sollten zu ihr ins Büro gehen bevor wir abfahren würden. Andreas war dann eine Weile verschwunden und kam dann strahlend und mit Zetteln bepackt zurück. Lisa hatte ihrem Mann und Freunden erzählt, was passiert war und alle waren sauer und beschlossen, dass sie rausfinden wollten, wer der Farmer ist um ihm das Geschäft kaputt zu machen. Außerdem taten wir ihr so leid und sie wollte uns zeigen, dass es nette Australier gibt und darum sagte sie, dass wir bleiben könnten solange wir möchten und es nicht bezahlen müssten. Sie gab uns Tipps, was wir uns in der Gegend angucken könnten. Das Angebot nahmen wir gerne an und blieben noch zwei Übernachtungen um uns vollständig zu regenerieren. Wir kontaktierten unsere Organisation von Lisas Handy aus und die Dame am anderen Ende war ganz bestürzt und sagte, wir sollten das ganze noch mal per Email schicken, am Besten mit Fotos, und sie würde sehen, ob sie unser Geld zurück bekommen könnte. Am Samstag wollten wir dann weiter fahren, da wir die Gastfreundschaft von Lisa nicht ausreizen wollten und wir außerdem mal wieder auf dem Weg nach Norden waren. Wärme! Und hoffentlich auch Jobs. Aus Farmarbeit wird ja nix mehr ;) Wir verabschiedeten uns also und tauschten noch Email-Adressen etc aus und machten uns auf nach Moree. Da waren wir wieder recht gut drauf und dachten uns, dass wir jetzt halt Pech hatten, Geld ist futsch, shit happes! Weiter geht’s! In Moree tankten wir dann und da es noch früh war beschlossen wir, dass wir es locker noch bis Goondiwindi schaffen würden. Endlich Queensland! Sonne und so! Als wir grade auf den Highway fahren wollten, beschloss unser Auto aber, dass es ausgehen möchte. Da wir schon die ganze Zeit darüber geredet hatten, dass wir mal das Öl checken sollten war nun der richtige Zeitpunkt da :D und natürlich lag es daran. Kein Öl mehr. Nicht ein einziger Tropfen :D Zum Glück war die Tankstelle nicht weit und ich bin losgestratzt und hab Motoröl gekauft. Der Typ an der Tanke guckte etwas besorgt und sagte, wir sollten noch mal zurück kommen, wenn das Öl drin ist, dann guckt er sich das Kühlwasser an. Wieder am Van bastelte Andreas dann einen Trichter aus ner alten Colaflasche und zack! wurde Bruno aufgefüllt. Wir kippten und kippten und irgendwann waren die vier Liter aus dem Kanister dann leer. Naja, wird ne Weile reichen dachten wir uns. Wir fuhren also zu Tankstelle, der Typ guckte sich den Ölstand noch mal an und kippte n bisschen Wasser irgendwo rein. Wir waren glücklich, dass Bruno wieder fuhr und dachten: geil, gleich mal wieder Glück gehabt, der Tag kann ja dann auch nur gut enden. 20 km hinter Moree beschloss unser Auto aber erneut, dass es nicht mehr fahren möchte. Wir also wieder links ran. Alles angeguckt, auf den Typen an der Tankstelle geflucht, weil der bestimmt Wasser da rein gekippt hat, obwohl man das nicht darf. Also riefen wir die Roadside Assistance, blieb uns ja nichts anderes übrig. Der Mann am Telefon sagte uns, dass wir nach Moree gebracht werden würden, aber weil Samstag sei, würde man nichts mehr machen können und wir müssten bis Montag bleiben. Juhu! Der gute Mann mit dem Abschleppwagen kam dann etwa eine Stunde nach unserem Anruf an. Er guckte sich den Motor und den Ölstand und alles an und brüllte uns immer in nem Kauderwelsch an :D wir haben einfach fast gar nix verstanden. Er brachte uns dann nach Moree zu seiner Werkstatt und sein Boss war zum Glück noch da und erbarmte sich, sich das Auto anzusehen. Schnell war das Problem gefunden. Wir hatten leider doppelt so viel Öl in Bruno gekippt, wie notwendig gewesen wäre. Also wurden zwei Liter rausgelassen und nebenbei der Keilriemen erneuert, weil die Deppen aus der Verkaufswerkstatt den falsch draufgezogen hatten und er deshalb komplett abgenutzt war. Der Chef der Werkstatt sagte, dass am Tag zuvor ein Mann bei ihm gewesen wäre, der Öl bis zum Anschlag reingekippt hätte. Dabei verdrehte er die Augen. Wir lachten gekünstelt und guckten uns vielsagend an. Hätten wir mehr Öl gehabt, hätten wir nämlich genau das gemacht :D der Spaß kostete uns dann 151 $, aber wir wissen jetzt immerhin, dass Bruno nur zwei Liter Öl haben möchte. Erneut waren wir verzweifelt und suchten einen Campingplatz auf. Dort blieben wir dann bis zum 11.09. und erholten uns vom nächsten Schock. 

05Sept
2012

29.08. – 05.09.2012 – Einmal Tickets zur Hölle, bitte!

Als erstes: Ja, wir leben noch! Tut uns furchtbar leid, dass wir so lange nichts von uns hören lassen haben, aber wir waren quasi von der Außenwelt abgeschnitten. Und wir haben viel zu erzählen, weshalb wir alles in einzelne Blogeinträge fassen werden, damit ihr nicht ganz so viel auf einmal lesen müsst ;)

Nachdem wir vom Traum-Campingplatz aufgebrochen sind, landeten wir im Küstenort Port Macquarie. Dort blieben wir zwei Tage und sahen uns das Koalahospital an. Leider befindet sich dieses grade im Umbau und deshalb gab es wenig zu sehen. Und anfassen durften wir auch keinen Koala :( Aber es war trotzdem ganz schön. Von Port Macquarie fuhren wir ins Landesinnere und machten dort noch Rast auf insgesamt drei Campingplätzen in Walcha, Tamworth und Gunnedah. Dazu gibt es leider auch nichts Besonderes zu erzählen und wir waren nur da, weil wir sonst viel zu früh beim Farmtraining angekommen wären. Das Farmtraining... jaaa, darüber gibt’s was zu erzählen. Wir kamen am 02.09. in Purlewaugh in der Nähe von Coonabarabran auf der Farm an. Dort trafen wir auch gleich auf den Farmer, der uns erstmal veräppelte und sagte, dass wir bei ihm falsch wären und er nie etwas von einem Farm Skill Course gehört hätte und wir sowieso im falschen Bundesstaat wären. Als wir dann fahren wollten klärte er uns aber auf. Da dachten wir, dass es bestimmt eine witzige Woche werden könnte, denn der Farmer schien nett zu sein und er war auch noch recht jung. Wir hatten dann noch fünf Stunden Zeit, bis der Rest der Gruppe aus Sydney eintreffen würde. In der Zeit suchten wir uns dann die besten Betten aus. Es gab zwei Container mit jeweils vier Hochbetten. Dann lernten wir eine der Mitarbeiterinnen kennen. Sie war auch eine Backpackerin und arbeitete auf der Farm als Nanny und Mädchen für alles. Wir genehmigten uns dann erstmal eine Dusche und machten uns danach etwas zu Essen. Die Gruppe aus Sydney traf dann etwas verspätet ein und wir verbrachten den Abend zusammen am Lagerfeuer. Der Farmer kam dazu um alle zu begrüßen und hielt eine in unseren Augen sehr merkwürdige Ansprache. Er betonte immer wieder wie wichtig es doch wäre in Australien zu trinken und so weiter und so fort. Seine zweite Mitarbeiterin, die die Leute aus Sydney abgeholt hatte, entpuppte sich im Laufe der Woche als Alkoholikerin. Ich fasse nun einfach mal grob zusammen: das Farmtraining war reine Abzocke und im Endeffekt haben wir 770 $ pro Person gezahlt und dafür in der Kälte geschlafen, die Drecksarbeit für den Farmer erledigt, abends hat seine Frau gekocht und ansonsten gab es Toastbrot mit Käse. Die Getränke mussten wir bezahlen und duschen durfte man zwei Minuten. Wir können jetzt zwar Motorrad und Quad fahren, aber sonst haben wir nichts gelernt. Der Farmer hat uns alle nur angebrüllt und vor der Gruppe bloßgestellt. Einen jungen Mann hatte er besonders ins Auge gefasst und machte ihn pausenlos fertig. Als es ans Schafe scheren ging nahm der Farmer dann kurzerhand die Schermaschine und rasierte ihm die Haare ab, weil sie ihm nicht gefielen. Einem anderen nahm er den bereits sicheren Job weg mit der Begründung, dass er kein Englisch könne und nie die Anweisungen verstehen würde. Dabei ist ein garantiertes Jobangebot der Grund, warum die Leute diesen Kurs belegt haben. Ein Mädchen saß das erste Mal in ihrem Leben auf einem Pferd und sollte dann im Galopp Schafe zusammentreiben. Das fand ich schon anspruchsvoll, obwohl ich Erfahrung habe. Dieses Mädchen fiel dann auch zwei Mal vom Pferd und keiner der Mitarbeiter kam mal auf die Idee ihr zu helfen, es wurde einfach nur gelacht. Andreas hatte dann im Büro Stunden später endlich Schmerzmittel für sie ergattern können. Sie war einmal auf den Rücken gefallen und einmal auf den Kopf. Zum Glück hatte sie einen Helm auf, wir sind uns aber sicher, dass sie eine Gehirnerschütterung hatte. Den Jungen, dem der Farmer den Job weggenommen hatte, setze man einfach ohne Helm und ohne Sattel auf ein Pferd, klopfte diesem auf den Hintern, damit es galoppierte und er sollte beweisen, wie toll er reiten könne, weil er behauptet hatte, dass er schon mal auf einem Pferd saß. Gott sei Dank ist dabei nichts passiert. Das waren so die härtesten Beispiele. Des weiteren versuchte der Farmer uns dann den, in seinen Augen, „australischen Humor“ beizubringen. Dieser besteht laut seiner Aussage darin, dass man lacht, wenn sich Leute verletzen, man mit einem Jeep losfährt und Menschen bei voller Fahrt ins Auto springen müssen, am Besten fährt man dabei jemandem über den Fuß (er hatte zum Glück Stahlkappen in den Schuhen), oder man Menschen in einen Anhänger setzt und mit mindestens 50 km/h über ein hubbeliges Feld fährt. Dann lässt man die Menschen große schwere Steine in den Anhänger laden und sagt ihnen, dass sie sich dort drauf setzen sollen. Das war der Punkt, an dem Andreas sich weigerte weiter mitzumachen. Ich war an dem Tag zu meinem Glück krank und lag im Bett. Das war am Mittwoch. Da waren alle schon komplett fertig mit den Nerven und einige telefonierten verzweifelt mit ihren Eltern. Wir beschlossen dann, dass es Zeit wäre zu gehen. Am Abend sollte es in den Pub gehen und da es mir nicht so gut ging dachten wir, dass wir bestimmt einfach auf der Farm bleiben könnten und dann heimlich losfahren würden :D Leider kam aber der Farmer in unseren Raum und sagte, dass alle mit in den Pub müssten und das nun mal seine Regeln wären. Sogar das Mädchen, was an diesem Tag vom Pferd gefallen war musste mit. Wir weigerten uns und Andreas diskutierte noch lange mit dem Farmer, bis wir dann einfach unsere Sachen nahmen und fuhren. Das war einfach die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Alle anderen Teilnehmer beneideten uns, weil wir ein Auto hatten und fliehen konnten :D Wir fuhren bis nach Coonabarabran und wollten erstmal auf einem Campingplatz wieder auftanken und im wahrsten Sinne des Wortes unsere Wunden heilen lassen. Wir hatten einfach überall Schnitt- und Schürfwunden und ich hatte an den Beinen riesige blaue Quetschungen vom Reiten in Jeanshosen. 

28August
2012

25. August – 28. August - Von Yamba nach Arrawarra

Heute mussten wir unseren Campingplatz in Yamba um zehn Uhr morgens verlassen. Wir machten uns fertig und fuhren in den Ort, um bei unserem neuen Lieblingssupermarkt Coles einzukaufen. Danach frühstückten wir im Van und schauten in unserem Atlas und dem Campingplatz-Buch nach, wo wir als nächstes hinfahren wollten. Wir entschieden uns für Arrawarra, der Campingplatz hatte einen goldenen Award bekommen. Zuerst wollten wir allerdings nach Maclean fahren, weil dort das nächste Büro der R.T.A. (Road and Traffic Authority) sein sollte. Wir müssen den Van nämlich noch auf uns zulassen :) Da sind wir dann schön hingefahren und fragten dann zwei ältere Herren, wo genau dieses Büro denn sei und bekamen die Antwort, dass es gleich um die Ecke wäre, aaaber da es ja Samstag sei, wäre eh keiner dort. Scheiße! Daran hatten wir natürlich gar nicht gedacht. Naja, es gibt an der Ostküste an jeder Ecke eines dieser Büros. Wir fuhren also weiter südwärts und landeten gegen Mittag in Arrawarra. Schon als wir auf den Parkplatz des „Campingplatzes“ fuhren dachten wir uns „Okay, wir gehen dann mal wieder, DAS können wir uns nie leisten!“ Es sah einfach so nobel aus, man kann nur mit einem Zahlencode auf den Campingplatz fahren und die Rezeption sieht aus wie in nem Hotel. Wir gingen trotzdem rein um mal zu fragen, was der Spaß denn kosten sollte. Und wir trauten unseren Ohren nicht, es war der gleiche Preis wie auf dem Campingplatz in Yamba! 28 € pro Nacht! Da haben wir dann gleich zugeschlagen und drei Nächte gebucht :D Wir bekamen einen richtigen Guest Guide in die Hand gedrückt mit einem Plan des ganzen Platzes. Einfach gigantisch das Ding! Hier gibt’s n Pool, n Spa, Tennisplätze, n Golf Course, riesige Trampoline, ne BMX-Strecke, einfach alles! Da wir „unpowered“ stehen, durften wir uns aussuchen, wo wir parken wollten. Und die Stellplätze für die Leute, die keinen Strom wollen sind einfach mal mitten in nem Wald und wir durften uns aussuchen, wo wir stehen wollten. Wir haben uns dann eine gemütliche stille Ecke ausgesucht :) Danach gingen wir die Küche begutachten, die echt gut ausgerüstet ist. Wir hatten alles für unseren Lieblingsnudelsalat eingekauft und machten uns ans Zubereiten. Vorher hatten wir noch den Guest Guide studiert und uns durchgelesen, was bei einem Feuer zu tun ist und den seltsamen Hinweis gelesen, wie man sich Kängurus gegenüber verhalten soll. Das irritierte uns etwas, aber naja, wissen wir schon mal bescheid, falls wir mal n lebendes sehen sollten. Bis jetzt lagen nämlich alle tot am Straßenrand. Da wir ziemlich lange für unseren Salat brauchten und immer mal wieder zum Van gehen mussten, weil wir etwas vergessen hatten, ging die Zeit schnell um. Auf einmal machte Andreas mich auf zwei Kängurus aufmerksam, die etwa 30 m von uns entfernt auf einer Wiese lagen und entspannten. Man, was hab ich mich gefreut! Endlich Kängurus! Lebendige! :D Wer mich kennt weiß natürlich, dass ich da nicht sitzen bleiben konnte! Also bin ich auf sie zugelatscht und hab angefangen, die süßen Tierchen voll zu labern. Von hinten rief Andreas dann: „Schatz, da stand man soll nicht interagieren!!!“ Da es so aussah, als ob es sich um eine Mutter mit Jungtier handelt, hielt ich mich dann an den Rat :) Aber ich war schon ziemlich aus dem Häuschen und auch Andreas war begeistert! Je später es wurde, desto mehr Kängurus machten sich auf der Wiese neben der Küche breit. Als wir dann aßen, waren vier Kängurus da, davon ein Baby :) Ich konnte dann auch nicht an mich halten und hab mich immer näher rangepirscht und sie fotografiert! Das war echt toll! Als wir schließlich zu unserem Van zurück gingen, saß daneben ein dicker Vogel. Der hatte inzwischen versucht in den Van einzubrechen, weil er auf das Brot darin scharf war. Wir haben ihn dann ein bisschen gefüttert und ganz coole Videos machen können :) Ach so, der Campingplatz hat natüüürlich einen Privatweg zum Strand! Da waren wir auch noch kurz und genossen die Sicht. Auf dem Hinweg sind wir durch einen kleinen Park gegangen, in dem uns prompt ein komisches Igeltier begegnete (so eins hätten wir schon fast einmal überfahren). Und ein Wallaby hopste dort auch drin rum. Alles in allem kann man sagen, dass wir uns hier im Paradies befinden. Wir würden am liebsten zwei Wochen bleiben :D Leider müssen wir aber bald aufbrechen :(
Heute ist es nun so weit, wir kehren Arrawarra den Rücken. Die letzten beiden Tage waren bei uns nicht so spannend. Das Wetter war nicht wirklich gut und deshalb haben wir einfach nur viel rumgegammelt :D Jetzt wo wir los müssen bessert es sich natürlich. Wir haben heute vor, bis nach Port Macquarie zu fahren. Hoffentlich ist dort das Wetter schön ;) Da wollen wir in ein Koala-Hospital. Gegen eine kleine Spende darf man da nämlich rein und die süßen kleinen Koalas kuscheln! :) Wir bleiben voraussichtlich zwei Tage in Port Macquarie und machen uns dann schon auf den Weg zu unserem Farm Training. Uns wurde nämlich gesagt, dass der Farmer etwas mürrisch sein soll und so machen wir gleich einen guten Eindruck wenn wir früher da sind und können uns schon mal ein bisschen gut stellen mit ihm. Wir wollen ja einen guten Job bekommen und er entscheidet schließlich darüber. Uns geht es aber gut und wir freuen uns auf die Arbeit. :)

26August
2012

Die ersten Tage im Van

So, nun gibt es endlich auch wieder einen Blogeintrag von uns. Leider hatten wir in den letzten Tagen nicht die Möglichkeit ins Internet zu gehen. Bei uns hat sich aber einiges getan. Die letzten Tage in Sydney haben wir entspannt verbracht, wir haben den Sydney Harbour Cruise gemacht, wofür wir von der Organisation Freikarten bekommen hatten. Also sind wir gemütlich zum Darling Harbour gelatscht und hatten noch eine halbe Stunde Zeit bevor es losgehen sollte. Wir haben uns dann ans Wasser gesetzt und gegessen und was macht Marlina? Natürliche ihre Karte ins Hafenbecken werfen, braucht man ja nicht mehr! Tja, Wohl oder Übel, ich habe mir dann eine neue Karte gekauft. Ich konnte aber mit einem flehenden Dackelblick einen Studentenrabatt raus hauen :) Es hat sich auch echt gelohnt die Karte neu zu kaufen, die Fahrt war wirklich schön, wie man anhand der Bilder sehen kann. Wir haben uns dann am Luna Park absetzten lassen obwohl das Boot dort eigentlich nicht gehalten hätte. Aber weil wir der Crew sagten, dass wir so gerne über die Harbour Bridge gehen würden, machten sie einen kleinen Umweg für uns. Sehr nett! So konnten wir über die Brücke zurück gehen und hatten echt eine tolle Sicht. Anschließend verbrachten wir die letzte Nacht in unserem Ekel-Hostel! Juhu!

Am nächsten Tag zogen wir dann in ein Hostel 100 Meter weiter. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn wie sich herausstellte war das Doppelzimmer viel günstiger, es war ruhiger und viel sauberer. Außerdem war eine Bar im Hostel und das Essen dort war echt richtig richtig toll! Wir waren ein bisschen traurig, dass wir nicht früher umgezogen waren.
Nachdem wir eingecheckt hatten, machten wir uns auf den Weg zu den Royal Botanic Gardens. Die wollten wir unbedingt noch sehen, bevor wir Sydney verlassen würden. Für Sydneys Verhältnisse war es auch echt warm und sonnig an diesem Tag. Es hat sich auch wirklich richtig gelohnt. Es kostete keinen Eintritt und die Gärten gehen ein ganzen Stück am Wasser entlang. So konnten wir der Oper auf Wiedersehen sagen und kehrten abends ins Hostel zurück. Dort aßen wir zu Abend und ließen die Pub-Atmosphäre auf uns wirken.
Nach einer ruhigen Nacht sind wir dann morgens mit dem Bus nach Botany gefahren um dort unseren Van abzuholen. Der Busfahrer war super nett. Wir hatten keine Tickets gekauft und in den Bussen kann man keine kaufen. Das muss man vorher in kleinen Shops erledigen, aber das wussten wir nicht. Wir durften trotzdem einsteigen und der Busfahrer stoppte dann einfach am nächsten Laden, sagte uns, welches Ticket wir brauchten und wartete auf uns :D Dann ging die Fahrt weiter. Beim Einsteigen hatten wir ihm auf einer Karte gezeigt wo wir aussteigen müssen und er sagte uns bescheid, als es soweit war und ließ uns, wieder ohne das dort eine Haltestelle wäre, aussteigen. Echt ein netter Typ! An der Werkstatt angekommen wollten wir zunächst den ganzen Papierkram regeln. Im Büro saß eine sehr nette Frau, die mit uns alle Einzelheiten der Garantie und allen möglichen anderen Kram durch ging. Dann ging es ans Bezahlen. 8700$ sollte er kosten und 600$ hatten wir angezahlt. Die letzten Tage hatten wir schon immer Geld abgehoben, damit wir möglichst viel bar bezahlen konnten, da man bei Kartenzahlung 3% Gebühren bezahlen muss. Im Endeffekt sollten wir mit Karte 7055$ zahlen, die Gebühren waren schon drin. Leider hatten wir nicht daran gedacht, dass es ja ein Limit geben könnte. Wir haben es ungefähr 15 mal versucht, bis wir dann versucht haben das Limit online höher zu setzen. Als das nicht funktionierte, dachten wir uns, dass es in Deutschland ja nun vier Uhr morgens ist, da kann man dann ja mal anrufen in einer Bank. Überraschenderweise war da tatsächlich ein netter Mann am anderen Ende der Leitung, der uns weiterhelfen konnte. Er setzte das Limit unserer Visa-Karten hoch und wir konnten in nur zwei Schritten bezahlen. Anschließend wurde uns unser Auto von vorne bis hinten erklärt und wir konnten losfahren.
Da wir unser Gepäck im Hostel gelassen hatten mussten wir also wieder ins Herz von Sydney. Und weil wir ewig im Büro der Werkstatt rumgesessen hatten war nun genau der Feierabendverkehr. Jaaa, das war so nicht geplant, aber irgendwie mussten wir ja losfahren. Ich war echt ein bisschen aufgeregt, aber ich habe uns heil zum Hostel gebracht. Links fahren ist gar nicht so schlimm und der Van lässt sich nach kurzer Eingewöhnung auch echt gut fahren. Im Hostel angekommen aßen wir zu Mittag, schnappten unser Gepäck und machten uns auf den Weg Richtung Blue Mountains. Das war ganz schön dumm :D Erstens war ein dicker Stau aus Sydney raus und wir brauchten über Stunde, bis der Verkehr flüssiger wurde. Zweitens wurde es mega früh dunkel und ich fahr gar nicht gerne im Dunkeln auf Landstraßen und uns wurde gesagt, dass wir nicht im Dunkeln fahren sollten wegen der ganzen Tiere. Zum Glück ging alles gut und wir kamen in Leura an. Da stiegen wir aus und es war unglaublich kalt. Ich hatte natürlich meine dünnen Turnschuhe OHNE Socken an. Gut! Zum Glück hatte noch ein großer Supermarkt auf und wir konnten unseren ersten Einkauf für unseren Van machen. Den Kühlschrank hatten wir auf der Fahrt schon an und er war deshalb schön kühl. Anschließend fuhren wir ein wenig durch den Ort um einen Schlafplatz zu finden. Wir parkten dann einfach am Ende einer Wohnstraße an einem National Parkt, in dem wir am nächsten Tag wandern wollten. Da uns und insbesondere mir schon so kalt war, zogen wir uns zum Schlafen schön dick an. Trotzdem war es bitterkalt und wir konnten kaum schlafen. Dazu kam, dass der Van schräg stand und ich immer auf Andreas raufgerollt bin.
Am Morgen haben wir dann beschlossen, dass es eindeutig zu kalt zum Wandern ist und wir schnell weiter fahren wollten. Wir gingen noch einmal in den Supermarkt, machten uns auf der dortigen öffentlichen Toilette frisch und kauften noch ein wenig ein. Man muss echt sagen, dass es in Australien viele öffentliche Toiletten gibt und diese so ziemlich jedes mal sauber sind und nicht stinken. Und es gibt immer Toilettenpapier und was zum Hände abtrocknen.
Da uns die Kälte zum Hals raus hing hatten wir nur eins im Kopf: so schnell es geht Strecke nach Norden gut machen! Von Leura aus fuhren wir dann nach Mudgee. Da machten wir einen Stopp bei McDonalds und versuchten ins Internet zu gehen. Leider war es zu langsam und wir wollten ja schnell ins Warme. Also fuhren wir weiter auf dem Castlereagh Highway Richtung Norden. In Dunedoo schließlich wurde es etwas dunkel und wir beschlossen die Nacht auf einem Campingplatz zu verbringen. Wir bekamen den Stellplatz direkt neben der offenen Küche zugewiesen. Da es echt richtig früh dunkel und kühl wurde machten wir uns noch einen Tee und verkrümelten uns in unseren Van. Da aßen wir dann Abendbrot und fielen um 19 Uhr ins Bett.
Am nächsten Morgen konnten wir dann wieder richtig duschen und, ein Wunder, die Sonne kam sogar raus und es war nicht mehr ganz so kalt. Allerdings entsprach das Klima immer noch nicht ganz unseren Vorstellungen. Deshalb: weiter nach Norden! Von Dunedoo fuhren wir nach Coonabarabran. Dort machten wir Mittagspause und sahen uns den Ort ein wenig an, denn unseren Farm Skills Course werden wir in einem kleinen Dorf neben Coonabarabran absolvieren. Wir kauften ein wenig ein und aßen im örtlichen Imbiss zu Mittag. Anschließend ging es weiter nach Narrabri, wo wir Pause machten, und dann nach Moree. Moree ist ein kleines süßes Städtchen und da es langsam dunkel wurde beschlossen wir, dort zu übernachten. Wir liefen ein wenig durch den Ort um auszukundschaften, wo wir niemanden stören würden und wo wir ruhig schlafen könnten. Schließlich fand sich ein kleiner Parkplatz hinter einer Kirche direkt am See. Dort war es ruhig und wir parkten unseren Van. In dieser Nacht froren wir das erste Mal echt wenig und am Morgen war die Sonne schon so warm, dass wir entschieden, das Moree die richtige Temperatur für uns hat. Aber wir wollten ja das Meer sehen, weshalb wir uns nach Osten wendeten. Außerdem wollten wir nicht sooo weit in den Norden, da wir ja alles zurück fahren müssen, wenn wir unsere Ausbildung machen. Wir fuhren dann über Warialda, Inverell und Glen Innes bis nach Grafton. Die Strecke zwischen Glen Innes Und Grafton ist eigentlich nicht sehr lang, im Atlas ist aber nicht vermerkt, dass dazwischen n dicker Regenwald plus Gebirge liegt. Im Regenwald machten wir einen Zwischenstopp denn ein Schild zeigte an, dass dort Wasserfälle wären. Die waren zwar nicht so beeindruckend wie gedacht, aber schön war es trotzdem. Da nach dem Regenwald das erwähnte Gebirge kam, schafften wir es an diesem Tag nicht nach Grafton. Circa 40 km vorher hielten wir auf einem Rastplatz. Er lag direkt hinter dem Gebirge an einem Fluss. Hier weihten wir unseren Campingkocher ein, der erstaunlich gut funktioniert. Es gab Nudeln mit Tomatensoße aus der Dose, uns kam es aber irgendwie besser vor :D Zu uns gesellte sich noch ein Paar mittleren Altes, so waren wir nicht alleine auf dem Rastplatz, was uns ganz lieb war. Den nächsten Morgen ging es dann weiter nach Grafton. Grafton ist echt größer als man denkt. Die haben da n riesiges Shoppingcenter, in dem wir uns fast verirrt hätten. Da kauften wir noch etwa ein und beschlossen, dass wir als erstes in Iluka halten wollten.
In Iluka fanden wir dann auch gleich einen netten Campingplatz. Als erstes gingen wir duschen, nach so langen Autofahrten fühlt man sich echt ganz schön ranzig, besonders wenn man drei Tage keine Dusche hatte :D Das Wetter war auch viel schöner und Wäsche waschen konnten wir auch! Das war auch nötig nach zwei Wochen! Am nächsten Tag wollten wir dann noch nach Yamba weiter. Wir gingen noch ein wenig durch den Ort und fuhren dann los. Yamba ist deutlich größer als Iluka und viel mehr auf Touristen ausgelegt. Auch hier sind wir wieder auf einem Campingplatz, diesmal direkt am Wasser. Zu Fuß brauchen wir nur drei Minuten zum nächsten Strand. Und weil wir jetzt nicht mehr jeden Tag Strecke nach Norden gut machen müssen, haben wir gleich drei Nächte gebucht. Das Wetter ist echt schön und die vielen Strände hier sind genau das, was wir wollten. An das Wohnen im Van haben wir uns auch gewöhnt und ihn richtig lieb gewonnen. Jetzt werden wir bis zu Beginn des Kurses langsam bis nach Port Macquarie runter fahren und dann wieder ins Landesinnere zu unserem Kurs düsen. Und da wir nun nur noch kurze Strecke fahren ist unsere Laune auch gleich wieder gestiegen. Immer im Auto sitzen und fahren war ein echter Stimmungskiller. Aber nun sitzen wir auf unseren Campingstühlen in der Sonne, gehen an den Strand oder machen uns auf den Barbecue-Grills auf den Campingplätzen etwas Leckeres zu Essen. :) Als die Sonne untergeht beobachten wir von unserem Stellplatz aus noch ein wenig die faulen Pelikane auf den Dächern der Boote. Da sich langsam der Hunger meldet, begeben wir uns zu einem der Kochplätze und beginnen, uns Bratreis mit Gemüse und Schinken zu machen. Auf einmal kamen dann noch drei Leute zu uns, zwei Frauen und ein Mann um die 60. Wie die Bewohner Australiens so sind, fragen sie uns ganz höflich, ob sie sich zu uns setzen dürften. Es entwickelt sich ein wirklich nettes Gespräch und wir verbrachten einen tollen Abend. Die drei kommen von Tasmanien und machen grade Urlaub an der Ostküste. Sie gaben uns viele Tipps, was wir uns noch alles ansehen sollten. Und als wir auf das Thema Weihnachten kommen, werden wir sogleich nach Tasmanien eingeladen :D Da Andreas von dem Reis nicht satt wurde und man ihm das wohl ansah, gaben sie uns noch etwas von ihrem Essen ab. Zum Schluss schenkte Brian, der Mann in der Truppe, uns noch ein Buch, in dem alle Campingplätze der Ostküste verzeichnet sind und das detaillierte Karten enthält. Außerdem steckte er uns noch einen Zettel mit seiner Adresse und Telefonnummer zu und sagte, wir sollten doch mal vorbeischauen, wenn wir in der Nähe sind oder ihn anrufen, falls wir Schwierigkeiten haben! Richtig nette Menschen hier :) Dieses „Vorurteil“ stimmt also voll und ganz! :)

 

14August
2012

Flucht aus Sydney :D

Endlich sind die letzten Tage hier in Sydney gezählt, deeenn wir haben uns gestern einen Van gekauft! :) Wir müssen jetzt noch bis Freitag hier bleiben, da der Van im Moment in der Werkstatt ist und noch mal alles überprüft und geölt wird. Es ist ein Mazda ES2000 von 1999. Zur Ausstattung gehört eine Bank-Tisch-Kombination, die man zum Bett umfunktionieren kann, ein Kühlschrank mit Mini-Gefrierfach, ein Waschbecken, ein Campingkocher mit zwei Platten, eine Pfanne und ein Topf, Besteck und sonstige Kochutensilien, zwei Schlafsäcke und zwei Campingstühle. Außerdem haben wir echt viel Stauraum unter unserem Bett. :) Leider haben wir nur noch bis Donnerstag in unserem Hostel reserviert. Deshalb gehen wir gleich noch mal zum Autohändler und machen da n bisschen Stress, damit wir den Wagen doch schon am Donnerstag bekommen und nicht noch für die eine Nacht in ein anderes Hostel umziehen müssen. 
Gestern haben wir auch erfahren, dass wir am 03.09. unsere Ausbildung anfangen können (Farm Skills Course). Da freuen wir uns schon sehr drauf. Die Organisation, über die wir den Kurs machen, nennt sich Outbackpackers. Der Kurs wird eine Woche dauern, während der wir Unterkunft und Kost frei haben. Wir lernen dann so tolle Sachen wie Reiten, Zäune bauen und reparieren, Traktor und Quad fahren, Schafe scheren und Motorbike fahren. Klingt doch ganz spannend. :) Das tolle ist, dass wir garantiert einen Job bekommen, nachdem wir diesen Kurs absolviert haben. 
Erstmal haben wir jedoch nichts zu tun und werden das sich bessernde Wetter nutzen, um Sydney noch ein wenig zu erkunden. Gestern Abend waren wir an der Oper, allerdings war es da bereits dunkel. Deshalb wollen wir heute noch mal dort hin und auf dem Rückweg durch die Botanischen Gärten gehen. Außerdem nötige ich meinen Schatz heute Abend mit mir in den Hyde Park zu gehen, denn da laufen gaaaaaanz süße Opossums rum und die sind zahm und man kann sie mit Äpfeln füttern und aaaaaaaaaahhhhh :) wir haben davon schon ein Video, welches wir bald hier hochladen werden :)

Extra für Patrick und Josi :) Das ist zum Glück keines unserer Betten...uuuäh! Diese Kreuz davor ist irgendwie missverständlich...  

11August
2012

Flug und Ankunft in Sydney

Am 07.08. ging es endlich los! Um 11.00 Uhr machten wir uns mit Andreas Eltern mit dem Auto auf den Weg nach Frankfurt. Leider gab es auf der Strecke diverse Baustellen und Unfälle, aber schließlich haben wir es bis zum Flughafen geschafft. Die Parkplatsuche gestaltete sich noch etwas schwierig, doch auch das Problem wurde gemeistert.
Wir beschlossen mit Andreas Eltern im Flughafen zu essen, da es bereits 18.30 Uhr bei unserer Ankunft war und unser Flug um 22.20 Uhr ging und wir noch einchecken mussten. Zunächst gaben wir unser Gepäck auf und machten uns dann entspannt auf die Suche nach Nahrung. Als jeder versorgt war machten wir uns auf den Weg zum Gate. Wir verabschiedeten uns von Andreas Eltern und los ging es.
Im Flugzeug saßen wir direkt neben einem Australier, der sofort munter drauf los quatschte. Irgendwann wurde er jedoch zum Glück müde. Der Flug verlief gut und nach 5,5 Stunden landeten wir in Dubai. Dort war es 06.20 Uhr und es sah ungemütlich und diesig aus. Der Pilot sagte aber, dass draußen 32° C wären. Das wollte ich ja nicht so recht glauben und hielt meine Jacke griffbereit. Aber als wir aus dem Flugzeug aufs Rollfeld traten, liefen wir wie gegen eine Wand. Es war unglaublich heiß! Zum Glück waren die Busse, die uns zum Terminal brachten, klimatisiert. Wir arbeiteten uns dann bis zu unserem ate vor und bestaunten unterwegs den pompösen Flughafen. Wir hatten noch drei Stunden Aufenthalt vor uns und so beschlossen wir, dass wir uns etwas zu Trinken besorgen und die gempsten Snacks aus dem Flieger verputzen wollten - Danke Emirates, euer Essen ist echt gut! Zum Glück konnten wir mit Euro bezahlen. Wir trauten unseren Augen nicht - 1,39 € für zwei 0,5 L-Flaschen Softgetränk und ne Packung Kaugummis! Das hat unsere Laune echt gehoben. Diese ging aber schlagartig wieder in den Keller als wir feststellten, dass unser Flieger circa eine halbe Stunde später abheben würde. Doch irgendwann ging es dann weiter. 12,5 Stunden Flug. Zum Glück ist das Entertainment bei Emirates hervorragend, jeder hatte seinen eigenen kleinen Bildschirm und wir konnten Filme sehen und Spiele spielen oder nachsehen, wo wir uns grade mit unserem Flugzeug befanden. Ich haben mir dann erstmal zwei bis drei Disney-Filme reingezogen - hach, war das schön! Zwischendurch wurden wir immer wieder mit Essen und Getränken versorgt. Wir hatten kuschelige Decken und Kissen und bekamen auch Wollsocken, eine Reisezahnbürste und eine Schlafmaske. Das war zwar schon ganz schön, machte das Schlafen aber nicht viel angenehmer. Uns tat einfach alles weh. Schließlich ging es endlich in den Landeanflug, den wir gespannt über die Kamera verfolgten. Es war etwas windig an diesem Morgen in Sydney und die Landung fiel sehr hart aus. Wir setzten auf und schlitterten seitlich über die Landebahn, doch der Pilot schaffte es dann doch irgendwie das Flugzeug wieder gerade zu lenken. Am Flughafen wurden wir dann von unserer Organisation abgeholt. Leider mussten wir noch zwei Stunden am Flughafen ausharren, da erst noch einige Leute fehlten - weiß Gott, warum die so lange gebraucht haben - und außerdem war unser Shuttlebus noch nicht da. Irgendwann ging es dann endlich los. Wir wollten einfach nur ins Hostel, duschen und schlafen. Aber ins Hostel durften wir nicht, Neiiiin! Erstmal ging es ins Büro unserer Organisation. Schön das Gepäck in den zweiten Stock schleppen. Dort bekamen wir dann noch einige Unterlagen und eine australische SIM-Karte. Dann durften wir unser Gepäck wieder runter schleppen. Super sinnvoll. Wir gingen ins Hostel, aber eincheken konnten wir noch nicht. Aber wenigstens duschen, yeah! Endlich! Anschließend bezogen wir unser 6-Bett-Zimmer. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch allein und hofften, dass das so bleiben würde. Wir schliefen etwas und als wir aufwachten lagen da leider mehr Koffer und Rucksäcke im Zimmer als vorher - Mist! Um 14.00 Uhr sollte eine Einführungsveranstaltung der Organisation sein, zu der Andreas leider alein gehen musste, da ich mit extremen Rückenschmerzen im Bett lag und von der klimatisierten Luft im Flugzeug ständig Nasenbluten hatte. Nach ein wenig Ibuprofen ging es dann irgendwann und wir machten uns um 19.00 Uhr auf den Weg zur Dachterasse. Dort fand ein Barbecue statt, bei 10° C und Wind. Yeah! Wir aßen so schnell wir konnten und gingen dann wieder rein. Später machten wir noch einen kleinen Spaziergang, aber um 21.00 Uhr lagen wir dann doch im Bett. Auch unsere vier Mitbewohner, alle aus Nürnberg, ware fertig und schliefen. Es war zwar mega laut nachts, da das Rollo beständig gegen die Metallbetten schlug und draußen eine Ampel Geräusche von sich gab (alle Ampeln in Sydney machen Sccccchhhhhtjjiiiuuuu dödödödödöddö, das macht einen echt fertig :D) aber wir waren so kaputt, dass uns das alles nicht störte.
Am zweiten Tag standen wir um 08.00 Uhr auf und gingen zum Frühstück, welches aus Toast mit wahlweise Marmelade oder Erdnusbutter bestand. Da Freitag war, gab es allerdings auf Pfannkuchen umsonst. Anschließend machten wir uns fertig und ich ging zur Einführungsveranstaltung und Andreas ging in die Member Lounge von Australian Backpackers. Die Veranstaltung war eigentlich für eine andere Gruppe bestimmt, aber ich durfte trotzdem mitmachen. Anschließend gingen Andreas und ich mit der Gruppe zur Bank und aktivierten unsere Konten. Der Weg dahin war jedoch schon ziemlich spektakulär, denn es war so windig, dass wir teilweise stehen bleiben und uns festhalten mussten. Auf dem Rückweg gingen wir zu zweit durch den Hyde Park, in dem ein großer Brunnen steht. Davor stand eine Gruppe Japaner, die fleißig Fotos machten, als es erneut extremst windig wurde. Die Fontänen des Brunnens wurden so durchgeweht, dass die ganze Gruppe naß wurde - und das haben wir auf Video! :D
Eigentlich wollten wir dann etwas essen, es fing abe so sehr an zu regnen, dass wir schnell ins Hostel flüchteten. Abends waren wir dann noch einmal im Büro der Organisation und ließen uns beraten. Da wir Sydney beide nicht so berauschend finden, wollen wir uns so schnell wie möglich ein Auto kaufen und nach Norden fahren. Da ist es wenigstens warm. Nächsten Monat könnten wir eventuell eine einwöchige Ausbildung machen, den Farm Skills Course. Danach würde man garantiert einen Arbeitsplatz auf einer Farm finden.  Eine der Damen aus dem Büro klärt jetzt noch ein paar Sachen diesbezüglich für uns und am Montag wissen wir dann hoffentlich mehr. Auf jeden Fall möchten wir gerne auf einer Farm arbeiten. Heute ziehen wir erstmal los und vergleichen die Angebote der Autohändler. Mal sehen, was uns so erwartet Im Hostel hier wollen wir jedenfalls nicht länger als nötig bleiben, es ist eeecht ranzig. Unsere Mitbewohner haben sich schon Autos gekauft und fahren heute noch nach Cairns los, weil sie es hier auch doof finden. :D Wir wollen auch!!!

 

04August
2012

Noch drei Tage...

So, in drei Tagen beginnt nun endlich unser Abenteuer. Fast alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, es kann losgehen :)
Aber es ist schon ein komisches Gefühl, viele Menschen für sieben Monate das letzte Mal gesehen zu haben. Am Dienstag wird es für uns um 11.00 Uhr morgens nach Frankfurt gehen und um 22.20 Uhr startet dann der Flieger. 24 Stunden später landen wir dann um 06.05 Uhr australischer Zeit in Sydney und können erste Eindrücke von dem Land gewinnen, welches die nächsten sieben Monate unser Zuhause sein wird.
Wir halten euch auf dem Laufenden :)

Marlina & Andreas